Therapeutisches Puppenspiel nach C.G. Jung
Grundlagen
Das therapeutische Puppenspiel basiert auf der Grundlage der analytischen Psychotherapie nach C.G. Jung. Bei C.G. Jung werden die Konflikte verbal durchgespielt, in der Puppenspieltherapie, die Käthy Wüthrich entwickelte, finden die Handpuppen als Medium ihren Einsatz.
Was beinhaltet das therapeutische Puppenspiel?
Es ist eine Kombination aus Kunst- und Spieltherapie, in der Handpuppen als Kommunikationsmittel gezielt im Mittelpunkt stehen.
Das Kind wählt Puppen, Requisiten und Stoffe aus, gestaltet damit das Bühnenbild und entwickelt seine Geschichte, in die wir uns gemeinsam hineinspielen.
Dazu stehen eine Vielzahl unterschiedlichster Puppen, seien es Menschen oder Tiere, Requisiten wie Schatzkiste, Zauberstab, Schlüssel, Kompass und vieles andere zur Verfügung.
So kann das Kind das, was an inneren Bildern beschäftigt, auf der "äußeren Bühne" ausagieren und gestalten. Dabei kann es sich Belastendes von der Seele spielen, Spannungen abbauen, schwierige Situationen bewusst oder unbewusst klarer sehen und durch Anregungen Wege zur Verarbeitung und Lösung finden.

Da Puppen direkt die Seele ansprechen, können sie Freunde, Helden, Bösewichte usw. sein, was immer sie sein sollen. Sie können und dürfen alles. So können Gefühle wie Freude, Angst, Hilflosigkeit, Wut, Bedürfnis nach Nähe u.a. erlebt und ausgelebt werden, ohne Angst haben zu müssen, etwas Falsches zu tun oder zu sagen.
Das Herstellen einer oder mehrerer Figuren ist wichtiger Bestandteil der Therapie, da der Gefühlswelt auf die ganz eigene Art Gestalt gegeben werden kann. So nehmen z.B. Ängste in Form einer Figur Gestalt an und verlieren dadurch an Kraft, da spielerisch damit umgegangen werden kann. Zu dem ist es äußerst befriedigend und spannungsabbauend die eigene Wunschfigur selbst hergestellt zu haben und agieren zu lassen, so wie man es möchte.
Märchen, ausgesucht nach der individuellen Lebenssituation des Kindes, unterstützen den seelischen Prozess, der durch die spielerische Auseinandersetzung stattfindet.
Die Sorge, Märchen seien grausam, ist unbegründet. Märchen vermittelt zwar, dass der Weg des Märchenhelden voller Gefahren ist. Es gibt böse Mächte oder dunkle Gestalten, die dem Helden/in Steine in den Weg legen oder ihn gar verzaubern können. Doch damit endet das Märchen nicht. Es erzählt vielmehr, dass auch der Verzauberte und Erstarrte z.B. wieder zum Leben zurückgerufen werden kann. Helfer werden aktiv, machen sich für ihn auf den Weg, Gefahren zu bestehen und den Zauber zu lösen. Das Märchen ist davon überzeugt, dass das Gute siegen wird. Deshalb kann man sagen, dass die Märchen ermutigende Wirkung haben und Hoffnung stiften.
Der Therapeut begleitet u.a. durch sein Mitspielen, entschlüsselt das, was das Kind ihm über das Spiel mitteilen möchte und unterstützt mit gezielten Interventionen.
Spezielle Testverfahren u.a. der Sonnentest nach A. Iten bieten die Möglichkeit die psychische Situation des Kindes besser zu erfassen.
